


Auf historischem Boden entstand ab Oktober 1912 in einjähriger Bauzeit mit einem Kostenaufwand von 500.000 Mark das Bezirkskrankenhaus der Gemeinden Rabenstein und Siegmar.
Dieser Krankenhausbau sollte der Armenversorgung und der öffentlichen Krankenpflege dienen – beides wird in dem Relief „In treuer Pflege“ (Pfeifer – Leipzig) über dem Eingangsportal versinnlicht. Es spricht für das soziale Engagement der Verantwortlichen dieser Zeit, dass der Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Chemnitz der erste war, welcher sich zur Errichtung einer eigenen Krankenanstalt entschloss. Die Notwendigkeit ergab sich aus der Tatsache, dass die Krankenanstalten der Stadt Chemnitz bereits ab 1910 kaum mehr in der Lage waren, Patienten von außerhalb zu behandeln.

Ein Höhepunkt für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden war die Weihe des Krankenhauses durch den Sächsischen König Friedrich August am 22.12.1913.
Aus der Zeit bis 1950 stehen uns kaum Dokumente und Unterlagen zur Verfügung. Wir wissen lediglich um die erfolgten baulichen Ergänzungen, wie zum Beispiel ein Haus für Senioren und Kinder. Heute dienen diese Gebäude als Domizil für die Kinderklinik bzw. Frauenklinik.
Belegbar ist aber auch die Tätigkeit von Krankenschwestern der Sächsischen Schwesternschaft des Roten Kreuzes in den beiden Kliniken für Chirurgie und Innere Medizin.
Im Zweiten Weltkrieg gehörte unser Krankenhaus Rabenstein neben seinen Aufgaben bei der Betreuung der Zivilbevölkerung zum Reservelazarett 1 von Chemnitz.
Anschließend diente es als Zentralkrankenhaus der Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut. Mit der Übernahme des Hauses durch die Sozialversicherung Wismut stand es ab 1957 der Bevölkerung der umliegenden Städte und Gemeinden wieder zunehmend zur Verfügung. Dies kommt auch in der zu diesem Zeitpunkt erfolgten Einrichtung von Kliniken für Gynäkologie/Geburtshilfe und Kinderheilkunde zum Ausdruck.
Auf Beschluss des Betriebsgesundheitswesens Wismut hin verlor das Krankenhaus Rabenstein 1969 seine Selbständigkeit.

Dass dies nicht immer zum Wohle unserer Einrichtung war, belegt der Verlust der Klinik für Innere Medizin 1985, nachdem bereits seit 1969 keine Chirurgie mehr am Haus war.
Die Zeit seit 1989 war, wie überall, auch für das damalige Bergarbeiterkrankenhaus Rabenstein eine sehr bewegte.
Ende 1990 wurde es über Nacht für juristisch selbständig erklärt. Durch den Einsatz von Herrn Dr. Funke (Chefarzt der Kinderklinik bis 1996 und Herrn Dr. Viertel (Chefarzt der Frauenklinik bis 1994) gelang es, Kontakte zum Roten Kreuz, speziell dem Verband der Schwesternschaften des DRK e. V., zu knüpfen.
Nach intensiven Vorbereitungen kam es im Juli 1991 zur Gründung der DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen.
Das nunmehrige DRK Krankenhaus Chemnitz- Rabenstein war die erste Gesundheitseinrichtung unter dieser freigemeinnützigen Trägerschaft in den neuen Bundesländern und damit Ausdruck der Veränderung in der Krankenhauslandschaft.
Ein besonderes Ereignis stellt die in diesem Zusammenhang erfolgte Gründung der Schwesternschaft vom DRK Sachsen e.V. dar.

Mit der Umsetzung der Ideen und Pläne zur weiteren Entwicklung des Krankenhauses aus dem Jahr 1991 konnte bald begonnen werden.
Besonders der Freistaat Sachsen aber auch die Krankenkassen und die DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen haben für die Beseitigung vorhandener baulicher Mängel und Schäden sowie die Errichtung von Neubauten bisher erhebliche Mittel aufgebracht.
1994 konnte so die Umstellung der Wärmeversorgung von Kohle auf Erdgas abgeschlossen werden. Bis dahin waren die häufig kräftig rauchenden Schornsteine ein markantes Symbol des Krankenhauses, jedoch ebenso Ausdruck einer erheblichen Belastung der Umwelt.
Von 1994 bis 1996 wurde das alte Hauptgebäude nahezu vollständig einer Sanierung und Umgestaltung im Inneren unterzogen.
Ziel war es, mit einem Aufwand von rund 17 Mio. DM die Hautklinik als Abteilung der Schwerpunktversorgung für den Großraum Chemnitz einzurichten.
Gleichzeitig entstanden Funktionsbereiche, wie Röntgendiagnostik, Endoskopie oder Physiotherapie, welche bereits auf zukünftige Anforderungen ausgelegt wurden. Die wichtigste der damals in Planung befindlichen neuen Aufgaben war die Errichtung einer Klinik für Innere Medizin.

Im September 1997 erfolgte im Beisein vieler Gäste die Grundsteinlegung für diesen Neubau. Die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen haben dafür nahezu 26 Mio. DM bereitgestellt. Durch die sachkundige Arbeit der mit der Planung und der Bauausführung beauftragten Unternehmen und dem Engagement unserer Mitarbeiter ist es gelungen, das Bettenhaus für die Klinik im Februar 1999 in Betrieb zu nehmen. Nach mehrjähriger Unterbrechung hat damit das Fachgebiet der Inneren Medizin an unserem Standort wieder Einzug gehalten.
Erstmals in seiner 85jährigen Geschichte verfügt das DRK Krankenhaus über eine Intensivtherapiestation zur Behandlung schwer erkrankter Patienten und eine Notaufnahme mit allen zeitgemäßen Betreuungsmöglichkeiten zur Behandlung von vital bedrohten Patienten, außer bei chirurgisch zu versorgenden Unfällen.
Der völlig neu entstandene Haupteingang unseres Hauses wird sicherlich allen Patienten und Besuchern angenehm auffallen.
Neben diesen kurz beschriebenen großen Baumaßnahmen hat es viele Veränderungen kleinerer Dimensionen gegeben.
Als Beispiel seien genannt:
In den Jahren 1998 bis 2000 stand die Frauenklinik im Mittelpunkt unserer Bemühungen zur Renovierung und Sanierung der Altbausubstanz. Die erreichten Veränderungen im Inneren und Äußeren des Hauses sind ein augenscheinlicher Beleg dafür. Besonders wichtig war uns mit der Errichtung des Anbaus, die Aufenthaltsbedingungen für unsere Patientinnen bzw. der Mütter mit ihren Kindern zu verbessern.
Mit dem gleichen Ziel wird ab dem Jahr 2000 unsere Kinderklinik umgestaltet.
Neben den Veränderungen auf den Stationen der Kinderklinik, wie z. B. die Neugestaltung des Bereiches zur Behandlung von Frühgeborenen bzw. kranken Neugeborenen fällt sicher jedem Betrachter die Renovierung der Außenhülle in Dach und Fassade ins Auge.
Zur Weiterentwicklungdes operativen Profils und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den operativen Bereichen fand Anfang 2002 die Realisierung einer großen Baumaßnahme ihren Abschluss. Es wurde eine allen modernen Standards entsprechende OP-Abteilung mit Sterilgutaufbereitung sowie der Pflegebereich für die Belegabteilung Chirurgie errichtet.
Für diese Maßnahme wurden nahezu 9 Mio. DM an Fördermitteln zur Verfügung gestellt und um weitere Eigenmittel unserer Gesellschaft ergänzt.
In dieser Belegabteilung sind niedergelassene Fachärzte für Chirurgie tätig.
Um diese enge Verzahnung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor zu befördern, wurde auf dem Gelände des DRK-Krankenhauses ein Ärztehaus mit Praxisräumen für niedergelassene Ärzte errichtet und im November 2001 in Betrieb genommen.
Bereits kurze Zeit später wurde ein weiteres Ärztehaus gebaut und 2003 seiner Bestimmung übergeben. In den neuen, großzügigen Räumlichkeiten des Ärztehauses 2 konnte unsere Physiotherapie Patienten nun zeitgemäß behandeln.
2005 wurde der Grundstein für die Errichtung des Ambulanten Operationszentrums gelegt. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit standen unserer Hautklinik, der Klinik für Innere Medizin und der Frauenklinik sowie niedergelassenen Partnern, u.a. der Praxisklinik Arthromed vier hochmoderne Operationssäle Verfügung. Im Untergeschoss befindet sich die Interdisziplinäre Tagesklinik mit Behandlungsräumen und mehreren Chemotherapieplätzen für den Fachbereich Dermatologie und das Mammazentrum. Im selben Jahr wurde der nächste große Bauabschnitt begonnen – das Ärztehaus 3.

Ende 2007 war es bezugsfertig. In dem größten der drei Ärztehäuser ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) unseres Krankenhauses untergebracht. Zur Eröffnung umfasste es eine Augenarztpraxis, eine Praxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und eine Praxis für Kinder- und Jugendmedizin.
Durch die Konzentration einer Reihe von ärztlichen Niederlassungen, Spezialisten und Dienstleistern konnte durch das Ärztehaus ein zentraler Anlaufpunkt für Patienten der Region geschaffen werden.
Kernstück des Hauses ist das Ambulante und stationäre Schmerz- und Palliativzentrum. Hier erfahren Menschen mit chronischen Schmerzen Leidenslinderung und Patienten mit nur noch begrenzter Lebenserwartung kann ein angenehmer Aufenthalt ermöglicht werden.