Behandlung Typ-2

Behandlung des Typ-2-Diabetes mit oralen Antidiabetika

 

Was ist Diabetes?
 

  • Diabetes ist eine chronische Erkrankung des Zuckerstoffwechsels. Sie führt dazu, dass Nahrung durch den Körper nicht mehr in die Energie umgewandelt werden kann.
  • Menschen mit Diabetes haben zu viel Glukose, also Zucker, im Blut.
  • Glukose gehört zu den Grundnährstoffen und dient unserem Körper als Hauptenergiequelle.
  • Das Hormon Insulin transportiert Glukose in die Körperzellen, wo sie als Energie genutzt werden kann.
  • Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert.
  • Menschen mit Typ-2-Diabetes haben eine verzögerte Insulinproduktion nach der Nahrungsaufnahme, oder, das freigesetzte Insulin kann nicht richtig arbeiten.
  • Der Typ-2-Diabetes ist häufig erblich bedingt, vor allem aber die Folge einer ungesunden Lebensweise, wie z.B. falsche Ernährung und wenig Bewegung.
  • Die Erkrankung kann über einen längeren Zeitraum mit gesunder Ernährung und Bewegung behandelt werden.
  • Führt das nicht mehr zum Erfolg, wird eine Therapie mit so genannten oralen Antidiabetika, also Tabletten, begonnen. Wenn jedoch die Erkrankung weiter fortschreitet, führt dies zur Insulinpflicht.

 

Therapie mit Medikamenten

Für die Behandlung des Typ-2-Diabetes steht eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung (Auswahl):

  • α-Glukosidase-Hemmer (z.B. Glucobay, Diastobol):
    • verlangsamen nach dem Essen den Blutzuckeranstieg, indem sie den Abbau und die Aufnahme von Kohlenhydraten verzögern
    • keine Unterzuckerungsgefahr
    • Einnahme mit dem „ersten Bissen“
  • Biguanide (z.B. Clucophage, Siofor):
    • hemmen Glukoseausschüttung aus der Leber
    • helfen dem Körper, Insulin zu nutzen und Glukose in die Zellen zu transportieren
    • fördern die Gewichtsabnahme
    • keine Unterzuckerungsgefahr
    • Einnahme nach der Mahlzeit (in der Regel nach dem Frühstück und Abendbrot)
  • Glitazone (z.B. Actos, Avandia):
    • gelten als Insulin-Sensitizer („Empfindlichmacher) 
    • helfen, Insulin zu nutzen und Glukose in die Zellen zu transportieren
    • vermindern die Glukoseproduktion in der Leber
  • Sulfonylharnstoffe (z.B. Amaryl, Maninil bzw. Glimepirid und Glibenclamid):
    • stimulieren die ß-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion
    • Einnahme von Glimepirid in der Regel einmal täglich, vor dem Frühstück
    • Einnahme von Glibenclamid eventuell auch bis zu dreimal täglich, in der Regel aber vor dem Frühstück und vor dem Abendessen
    • Bei ungenügender Aufnahme von Kohlenhydraten oder ungewohnter körperlicher Aktivität besteht eine Unterzuckerungsgefahr (Traubenzucker einstecken!)
  • Glinide (z.B. Novonorm, Starlix):
    • stimulieren die ß-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion
    • Wirkung setzt schnell ein, hält aber nur kurzfristig an
    • Risiko einer Unterzuckerung ist geringer, als bei Sulfonylharnstoffen
    • Prinzip: eine Mahlzeit – eine Tablette bzw. keine Mahlzeit – keine Tablette

 

Der Inkretineffekt - eine neue Therapiemöglichkeit der Behandlung – DPP-4-Hemmer
 

  • Beim Gesunden kommt es nach dem Essen zur Ausschüttung von körpereigenen Hormonen, den Inkretinen.
  • Das sind hochwirksame Darmhormone, die an der Blutzuckerregulierung beteiligt sind. Zusätzlich baut ein Enzym, das DPP-4, diese schnell ab.
  • Nicht abgebaute Inkretine gelangen zur Bauchspeicheldrüse und bewirken dort eine gesteigerte Insulinausschüttung. Somit wird die Zuckerneubildung in der Leber  unterdrückt und der Blutzucker sinkt.
  •  Typ-2-Diabetiker haben weniger Inkretine.

 

Wie wirken nun DPP-4-Hemmer?

  • DPP-4-Hemmer verhindern den Abbau aktiver Inkretine durch das Enzym DPP-4.
  • Der Spiegel der aktiven Inkretine wird durch DPP-4-Hemmer erhöht und die Bauchspeicheldrüse kann bei hohen Blutzuckerwerten mehr Insulin ausschütten.
  • Gleichzeitig wird in der Leber die Glukoseausschüttung bedarfsgerecht unterdrückt.
  • Das Ergebnis ist ein sinkender Blutzuckerspiegel.

 

DPP-4-Hemmer

  • erhöhen die Spiegel der körpereigenen Inkretine durch Hemmung des abbauenden Enzyms DPP-4
  • Ergebnis: die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus, wenn es gebraucht wird, also bei Nahrungsaufnahme

 

DPP-4-Hemmer unterstützen die körpereigenen Mechanismen der Blutzuckersteuerung.

DPP-4-Hemmer helfen, den Blutzucker zu senken. Ihre Wirkungsentfaltung ist abhängig vom Blutzuckerspiegel.

Unterzuckerungen treten daher so gut wie nicht auf.

Durch die Einnahme von DPP-4-Hemmern nehmen Sie nicht zu.

Es handelt sich um eine einfache Einnahme in Tablettenform.

Geeignet ist dieses Medikament für Menschen mit Diabetes, bei denen durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und die Einnahme von Metformin nicht der gewünschte, optimale Therapieerfolg erreicht wird.


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