Diabetiker können reisen wie Nichtdiabetiker, sie müssen allerdings sorgfältiger planen.
Allgemeine Vorbereitungen für die Reise
- Lassen Sie sich impfen!
- Prüfen Sie, ob Ihr Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung noch gegeben ist
- bei Reisen in tropische oder subtropische Länder empfiehlt sich die freiwillige Impfung gegen Hepatitis A und B
- Denken Sie an eine Auslandskrankenversicherung!
- Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach Ihrem Versicherungsschutz im Ausland
- vielleicht ist es für Sie sinnvoll, eine private Reisekrankenversicherung mit eingeschlossenem Reisetransport abzuschließen
TIPP: Alle Impfungen sollten in einem Internationalen Impfpass eingetragen sein.
Wichtiges für die Reiseapotheke
In der Reiseapotheke sollte folgende Ausrüstung vorhanden sein:
- Pflaster, Schere, Pinzette
- Mull- und elastische Binden
- Desinfektionsmittel
- Fieberthermometer
- Medikamente gegen Fieber, Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung
- Sonnenschutzcreme
- Insektenabwehrmittel
TIPP: Ein Wörterbuch wird Ihnen ggf. die Kontaktaufnahme bei medizinischen Fragen erleichtern.
TIPP: Nehmen Sie sonstige Medikamente ein, dann vergessen Sie nicht den Beipackzettel, auf dem der Wirkstoff angegeben ist.
Ihre spezielle Diabetesausrüstung
Daran sollten Sie unbedingt denken:
- Zwischenmahlzeiten / Reserve BE
- Blutzuckermessgerät
- Blutzuckerstreifen (zur Sicherheit doppelte Menge wie üblich)
- Ersatzbatterie
- Stechhilfe mit Lanzetten
- Blutzuckertagebuch
- Insulin bzw. blutzuckersenkende Tabletten (zur Sicherheit doppelte Menge wie üblich)
- Insulinpens bzw. Insulinspritzen
- Penkanülen
- für "Pen Notfälle" einige U100-Insulinspritzen
- Azetonteststreifen
- Internationaler Diabetesausweis
- Traubenzucker
- Glucagon
- Zwieback, schwarzen Tee
- Um Komplikationen beim Zoll zu vermeiden, ein (englischsprachiges) Attest Ihres Arztes, in dem bescheinigt wird, dass Sie Insulin spritzen und Diabetes haben.
TIPP: Um unerfreulichen Überraschungen vorzubeugen, nehmen Sie Messgerät, Teststreifen und Insulinvorräte mit in Ihr Handgepäck. Denn so manche Koffer nehmen unerwartet eine andere Reiseroute auf.
Reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln
- Wenn Sie Ihre Reise mit dem Auto antreten, sollten Sie die gewohnte Insulinmenge zur üblichen Zeit spritzen.
- Treten Sie Ihre Reise nicht zu früh an.
- Während der Autofahrt nehmen Sie Ihre Mahlzeiten mit der gewohnten KH-menge und im gewohnten Rhythmus ein.
- Bei längerer Autofahrt nehmen Sie nach 1½ bis 2 Stunden Pausen von zwei Minuten ein.
- Nutzen Sie die Erholungszeit und bewegen Sie sich und essen und trinken Sie eine Kleinigkeit.
- Besonders wichtig: Tun Sie alles, um eine Unterzuckerung zu vermeiden!
Für Busreisen gelten im Wesentlichen die gleichen Hinweise wie für das Autofahren. Nutzen Sie die Pausen und verschaffen Sie sich Bewegung.
Bahnreisen sind nicht nur für Diabetiker und nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes ideal:
- Sie können völlig frei Ihre Zwischenmahlzeiten terminieren,
- Sie können aufstehen und sich durch Umhergehen Bewegung verschaffen und
- Sie können anders als beim Autofahren entspannt reisen und zwischendurch vielleicht ein Nickerchen halten.
Diabetiker sind flugtauglich, wenn nicht andere Gründe gegen das Fliegen sprechen. Dennoch gibt es einige Punkte die Sie beachten müssen:
- Nehmen Sie ausreichend Diabetikerbedarf mit ins Handgepäck.
- Wählen Sie den Platz am Gang. Dann können Sie regelmäßig aufstehen.
- Trinken Sie reichlich Flüssigkeit und verzichten Sie möglichst auf Alkohol.
- Insbesondere ältere Menschen sollten im Flugzeug das Rauchen vermeiden. Zumal die nachteilige Wirkung des Kohlenmonoxids auf den roten Blutfarbstoff als Sauerstoffträger in der Höhe beträchtlich verstärkt ist.
Für Reisen mit dem Schiff gelten prinzipiell die für Bahnreisen genannten Vorteile. Sofern es sich um Linienschiffe handelt.
Mit Insulin und Teststreifen in warme Klimazonen
- Temperaturen über 40°C sollten vermieden werden
- sicher ist es nicht notwendig, eine elektrische Kühlbox mit auf Reisen zu nehmen
- wenn Sie über ein Hotelzimmer mit Kühlschrank verfügen, prüfen Sie die Temperatur, sie sollte optimal +8°C betragen
- bevor Sie Ihre Insulinvorräte verstauen, darf die Temperatur keinesfalls unter +4°C betragen
TIPP: In extrem heißen Klimazonen nehmen Sie sich eine Thermoskanne von einem Liter Inhalt. Verpacken Sie die Insulinampulle in eine Kunststofftüte, um sie zu schützen. Um die Wassertemperatur absenken zu können, wenn sie auf über 20°C ansteigt, nehmen Sie eine zweite Thermoskanne mit einem Liter Inhalt und befüllen Sie sie mit Eisstücken. Mit diesem Kältespeicher können Sie mehrmals den Bedarf der Wassertemperatur in der Thermoskanne mit dem Insulin auf ca. 5-10°C abkühlen.
Da auch Teststreifen durch Hitze vorzeitig altern und dann nur noch sehr ungenaue Messwerte liefern, sollten auch sie möglichst kühl gelagert werden.
Für Teststreifen, die Sie am gleichen oder Folgetag verbrauchen wollen, gilt die Temperatur bis zu 40°C.
Vorräte sollten aber möglichst nicht über 20°C aufbewahrt werden.
Mit Insulin und Teststreifen in kalte Klimazonen
Insulin ist sehr empfindlich gegenüber Minusgraden. Durch Gefrieren verliert es an Wirksamkeit.
- Kältegeschädigtes Verzögerungsinsulin erkennt man an Ausflockungen und Schwebeteilchen, die durch schütteln nicht aufzulösen sind.
- Kältegeschädigtes Normalinsulin fällt durch die milchige oder auch gelbliche Trübung, mitunter durch die Grießbildung auf.
TIPP: Nutzen Sie Ihre Körperwärme und verstauen Sie Ihren Diabetikerbedarf in einem Brustbeutel unter Ihrem Pullover.
Essen in fremden Ländern
- Es ist hilfreich, wenn Sie sich schon vor Reisebeginn über die Nahrungsmittel und das Nahrungsangebot in Ihrem Reiseland informieren.
- Genießen Sie die exotischen Früchte und Gerichte, kontrollieren Sie aber häufig Ihren Blutzuckerspiegel, so werden Sie sicher die entsprechende Insulindosierung herausfinden.
- Trinken Sie viel Mineralwasser, Tee oder Lightlimonaden, um Ihren Kreislauf in Schwung zu halten.
- Trinken Sie alkoholische Getränke in Maßen immer im Zusammenhang mit Kohlenhydraten und nie auf leeren Magen.
GUTE REISE!
zurück