


Im Laufe ihres Lebens bekommen rund neun von zehn Diabetiker Probleme mit den Augen. Die diabetische Netzhautschädigung, die "Retinopathie" ist nach wie vor die häufigste Erblindungsursache bei Erwachsenen in Deutschland. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Therapiemöglichkeiten, aber auch die Möglichkeiten zur Vorbeugung deutlich verbessert. Ihre Augen regelmäßig vom Augenarzt untersuchen zu lassen ist für Menschen mit Diabetes besonders wichtig. Nur wenn rechtzeitig eingegriffen wird, lässt sich verhindern, dass der Netzhautschaden fortschreitet, denn ein bis dahin eingetretener Sehverlust lässt sich nicht mehr rückgängig machen. (Informationsbroschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung PDF)
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die kleinen Blutgefäße in der Netzhaut (Retina). Die Gefäßwände werden schwächer und durchlässig, so dass es zu Fett- und Flüssigkeitsablagerungen in die Netzhaut kommt. Bei weiterem Fortschreiten bilden sich sackförmige Ausbuchtungen an den Gefäßen, aus denen es zu Einblutungen in die Netzhaut kommen kann. Im Verlauf bilden sich krankhaft neue Gefäße, die aus der Netzhaut in den Glaskörper wuchern. Diese neuen Blutgefäße können platzen und zu Einblutungen in den Glaskörper führen, so dass der Patient plötzlich erblindet. Durch eine verbesserte Blutzuckereinstellung kann eine Retinopathie im Frühstadium zum Stillstand gebracht werden.
Eine fortgeschrittene Retinopathie wird mit Hilfe der Lasertherapie behandelt. Die Lasertherapie wird ambulant durchgeführt und dauert rund 15 Minuten. Dabei wird mit Laserstrahlen die kranke Netzhaut "verschweißt" und ruhig gestellt, damit sich die neuen Gefäße zurückbilden. So wird verhindert, dass es zu Einblutungen ins Auge kommt und sich weitere instabile Blutgefäße entwickeln. Der Eingriff ist nicht schmerzhaft, wird aber von einigen Menschen als unangenehm empfunden.
Ist die Retinopathie bereits so weit fortgeschritten, dass sich die Netzhaut löst oder das Auge voller Blut gelaufen ist, hilft häufig nur eine operative Entfernung des Glaskörpers, eine Vitrektomie.
Beispiele der Diabetischen Retinopathie:
Mäßige nichtproliferative Teinopathie (NPDR) mit Makulaödern, Mikroaneurysmen und intraretinalen Blutungen. Cotton-wool-Herde bei nichtproliferativer diabetischer Retinopathie (NPDR).
